{"id":12,"date":"2011-03-09T18:51:04","date_gmt":"2011-03-09T18:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sprach-blog.de\/?p=12"},"modified":"2011-06-29T22:25:33","modified_gmt":"2011-06-29T22:25:33","slug":"sprachbegleitende-gesten-kendon-1993","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/?p=12","title":{"rendered":"Sprachbegleitende Gesten: Kendon (1993)"},"content":{"rendered":"<p>Adam Kendon, der wohl bekannteste Gestenforscher der Welt, unterteilt in seiner vergleichenden Studie von 1993 Gesten in drei Gruppen, die er <em>gesticulations<\/em>, <em>emblems <\/em>und <em>signs <\/em>nennt.<\/p>\n<p><strong>Gesticulations:<\/strong><br \/>\nDiese Form der sprachbegleitenden Gesten werden mit Teilen des Gesichts (Mund, Augebrauen, etc.) oder mit den H\u00e4nden ausgef\u00fchrt. Sie k\u00f6nnen nicht in kleinere Einheiten zerlegt werden und \u00fcbermitteln \u00fcber den sprachlichen Inhalt einer \u00c4u\u00dferung hinaus Informationen. Da sie stark bildhaft und situationsgebunden sind, k\u00f6nnen sie schlecht &#8222;zitiert&#8220; werden.<\/p>\n<p><strong>Emblems:<\/strong><br \/>\n<em>Emblems <\/em>(Kendon spricht auch von <em>quotable gestures<\/em>) sind weitaus weniger an einen bestimmten Kontext gebunden, sie sind konventionalisierte, wort\u00e4hnliche Gesten, die von einer Gemeinschaft genutzt werden und ganze Sprechakte ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Signs:<\/strong><br \/>\nVon wirklichen Zeichen (<em>signs<\/em>) spricht Kendon dann, wenn unter bestimmten Umst\u00e4nden (Geh\u00f6rlosigkeit, religi\u00f6se Gr\u00fcnde, u.a.) Gesten bzw. ein System von Gesten anstelle von gesprochener Sprache verwendet werden. Dabei stehen in einem dreistufigen Prozess zun\u00e4chst bildhafte Gesten f\u00fcr einen speziellen Referenten und werden dann wiederholt verwendet um schlie\u00dflich Bezug auf ein gesamtes Konzept zu nehmen (1). Aus sprach\u00f6konomischen Gr\u00fcnden werden diese ikonischen Gesten so vereinfacht, dass ihr bildhafter Charakter verloren geht (2). Im letzten Schritt bekommt die Geste eine so eigenst\u00e4ndige Bedeutung, dass sie mit anderen Gesten kombiniert werden kann und mit ihnen neue W\u00f6rter oder S\u00e4tze gebildet werden k\u00f6nnen (3).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss beachtet werden, dass es sich um eine Vereinfachung und eine Abstraktion handelt. Dennoch kann diese Unterscheidung als Arbeitsgrundlage zur Untersuchung von Gestik oder in der Geb\u00e4rdensprachenforschung dienen.<\/p>\n<p>Kenden, A. (1993): Human Gesture. In: Gibson, K. R. &amp; Ingold, T. (Hrsg.): <em>Tools, Language and Cognition in Human Evolution.<\/em> Cambridge: Cambridge University Press. S. 43-62<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/67bdbae23b21440e9f88ae97cec04f1b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adam Kendon, der wohl bekannteste Gestenforscher der Welt, unterteilt in seiner vergleichenden Studie von 1993 Gesten in drei Gruppen, die er gesticulations, emblems und signs<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,26],"tags":[],"class_list":["post-12","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gebardensprache","category-gestik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":335,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12\/revisions\/335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sprach-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}